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Mobile Straßenbibliothek BücherboXX Poznań – Berlin: seit September zurück in Berlin

Begrüßung an der BiblioboXX bei deren Eröffnung im Januar 2020: Jacek Jaskowiak, Stadtpräsident von Posen, Gerry Woop, Staatssekretär für Europa in Berlin und Konrad Kutt vom Institut für Nachhaltigkeit in Bildung, Arbeit und Kultur (INBAK) (v.l.n.r.)  © Miasto Poznań

Dieser Artikel erschien zuerst im Newsletter 2/23 der Oder-Partnerschaft

Öffentliche Bücherschränke schenken ausgelesenen Büchern ein zweites Leben, animieren zum Lesen und realisieren die Idee der Sharing Economy. Die mobile polnisch-deutsche BücherboXX ermöglicht es als grenzüberschreitendes Projekt zudem, mehr über die jeweiligen Nachbarn jenseits von Oder und Neiße zu erfahren und trägt so auch zum gegenseitigen Verständnis zwischen Deutschen und Polen bei.

Wohin mit Büchern, die schon ausgelesen sind? Und woher neues Lesematerial nehmen? Öffentliche Bücherschränke (auch als Bücherboxen oder Bücherzellen bezeichnet) bieten auf beide Fragen eine Antwort und setzen zudem die Idee der Sharing Economy um: In Form einer ehemaligen Telefonzelle, eines wettergeschützten Bücherschranks oder einer kleinen Hütte entsteht eine offene anonym und kostenlos zugängliche Mini-Bibliothek. Alle Werke darin dürfen von allen Interessierten ohne jegliche Formalitäten ausgeliehen oder auch dauerhaft mitgenommen werden, idealerweise im Tausch gegen weitere Bücher. So bleibt der Bücherschrank immer gut gefüllt.

Die Geschichte der BücherboXX begann im Jahr 2016. Im Rahmen einer Reihe von Workshops in der deutschen Hauptstadt verliehen Schüler*innen technischer Fachschulen und Berufsschulen aus Berlin, Breslau (Wrocław) und Stettin (Szczecin) einer Berliner Telefonzelle ein zweites Leben als öffentliches Bücherregal. Bei der Gestaltung der BücherboXX übten sie ihre handwerklichen Fertigkeiten als angehende Glaser*innen, Elektroniker*innen, Mechaniker*innen, Maler*innen und Lackierer*innen. Als Symbol für die Verständigung zwischen Deutschen und Polen wurde die BücherboXX mit dem Bild des Flusses Oder verziert, über den geöffnete Bücher eine Brücke bilden.

Nach einer ersten Station in Berlin vor der Robert-Jungk-Oberschule (Europaschule Deutsch-Polnisch) in Charlottenburg-Wilmersdorf ging die mobile deutsch-polnische Straßenbibliothek dann auf Reisen durch verschiedene Städte auf dem Gebiet der Oder-Partnerschaft. Neben Stettin, Labes (Łobez) und Breslau wurde die BücherboXX ab 2020 in Posen (Poznań) aufgestellt. Mehr als eineinhalb Jahre lang tauschten die Posener*innen über die BücherboXX sowohl Publikationen in polnischer und deutscher Sprache als auch andere Werke der Weltliteratur aus.

Nach langer Wanderschaft kehrt die BücherboXX zurück nach Berlin

Von Posen aus ging es für die BücherboXX zur vorletzten Station nach Zgorzelec/Görlitz, bevor die Wanderschaft schließlich im September 2023 ihren Abschluss fand. Nach einer Renovierung ist die mobile Bibliothek nun wieder zurück in Berlin. An der feierlichen Eröffnung des neuen Standorts am Henriettenplatz in Berlin-Halensee am 1. September 2023 nahmen Vertreter*innen der Städte Posen, Breslau und Berlin teil.

Berlin inspiriert

Nachdem die deutsch-polnische BücherboXX in Posen gastiert hatte, wünschte man sich dort eine eigene Straßenbibliothek, die Literatur zum Tausch oder zur Mitnahme anbietet. Im Jahr 2022 war es dann so weit, und die Posener BiblioboXX wurde eröffnet. Am Projekt beteiligt waren Schüler*innen sowie Lehrkräfte des Schulzentrums Zespół Szkół Łączności im. Mikołaja Kopernika, die in Zusammenarbeit mit den Berliner Initiator*innen der BücherboXX vom Institut für Nachhaltigkeit in Bildung, Arbeit und Kultur die mobile Bibliothek in Posen bauten. Genau wie das Berliner Exemplar wurde auch die Posener Box mit Photovoltaik-Paneelen ausgestattet, wodurch sie energetisch autark ist. Eine Besonderheit ist die Audiobox, dank der nach dem Öffnen der Tür wunderschöner Vogelgesang ertönt. Die mobile Bibliothek erfreut die Posener*innen bis heute; sie wird in verschiedenen Stadtvierteln aufgestellt. 

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